Abgeschlossene Restaurierungen 

Dank Ihrer Hilfe konnten in der Vergangenheit folgende Handschriften und Drucke erfolgreich restauriert werden:

 

2015-2017: 

 


Sign. 24.5.15 

Sammelband mit vier Drucken des 15. und 16. Jahrhunderts
Dieser Band enthält neben anderen bedeutenden Frühdrucken die von Hans Sporer 1473 in Nürnberg als Blockbuch mittels Holztafeln gedruckte „Ars moriendi" (Erbauungsbuch zur Kunst des Sterbens, das den dem Kampf des Himmels und der Hölle um die menschliche Seele darstellt).
Aufgrund häufiger Benutzung in der Vergangenheit war die Heftung der 12 gefalzten Doppelblätter des Druckes teilweise aufgelöst. Die Blätter waren im Falzbereich gerissen. Der Einband war bis auf einen Lederriss im Rückenbereich intakt.
Um die Heftung des gesamten Blockbuches zu stabilisieren, musste das hintere Vorsatz vom Buchdeckel gelöst, die instabilen Lagen vom Buchblock getrennt, die Lagen im Falzbereich mit Japanpapier gefestigt und dem Buchblock wieder angeheftet werden. Der Riss im Einbandrücken musste geschlossen und die Verbindung von Buchblock und Einband wieder hergestellt werden.

 

Sign. Mus.134.4

K. E. Klitzsch: Vollständiges Choralbuch zum Zwickauer [...] Gesangbuch, Zwickau 18XX
Bei Zückler in Zwickau erschienenes Choralbuch des Zwickauer Organisten und Komponisten K. E. Klitzsch, der u.a. in der von Robert Schumann 1834 begründeten "Neuen Zeitschrift für Musik" regelmäßig publizierte.
Das schmale Bändchen hatte ursprünglich einen Halbleineneinband mit schwarzem Geweberücken und -ecken. Auf den Vorsatzblättern befinden sich handschriftliche Eintragungen und Zeichnungen in Bleistift. Der originale Halbleineneinband war vollständig demontiert, das schwarze Bezugs-Kleisterpapier noch vorhanden. Der Buchblock lag in Form vereinzelter Lagen vor. Die Vorsätze wiesen kleinere Risse und Fehlstellen auf.
Nach der Trockenreinigung wurden die Risse und Fehlstellen der Vorsätze geschlossen. Unter Verwendung des originalen Bezugspapiers wurde eine Halbleinen-Einbanddecke angefertigt, in die der neugeheftete Buchblock eingehängt wurde.


Sign. Fl.4.5.19a

J. G. Weller: Altes aus allen Theilen der Geschichte, Band 1, Chemnitz, 1763
Erstes Stück der bedeutenden zwölfbändigen Urkundensammlung des sächsischen evangelischen Geistlichen und Geschichtsforschers.
Der Ganzpapiereinband wurde mit schwarzem Kleisterpapier bezogen; die Heftung erfolgte auf 3 eingesägte Hanfbünde. Vom Buchblock war die erste Lage gelöst und ein Hanfbund gebrochen. Der Papierrücken des Einbandes war vollständig abgetrennt.
Eine vollständige Trockenreinigung war erforderlich. Der gebrochene Hanfbund musste verlängert, die erste Lage vorgeheftet und der Rücken unter Einbeziehung der Fragmente wieder mit dem Einband verbunden werden.

Sign. Fl.4.5.19d

J. G. Weller: Altes aus allen Theilen der Geschichte, Band 4, Chemnitz, 1763
Viertes Stück der bedeutenden zwölfbändigen Urkundensammlung des sächsischen evangelischen Geistlichen und Geschichtsforschers.
Bei dem Einband handelt es sich um einen Halbpergamentband mit rötlichem Kleisterpapier. Die Heftung wurde auf drei Pergamentriemchen ausgeführt.
Auch bei diesem Band waren die Vorsatzdoppelblätter im Falz gerissen, die erste Lage vom Buchblock gelöst. Der Pergamentrücken war im Gelenkbereich vom Einband abgerissen. Leider wurden über den Pergamentrücken und Teile des Bezugspapiers mehrfach Selbstklebestreifen geklebt, was die nachfolgende Restaurierung zusätzlich erschwerte. Die Pergamentriemchen waren im vorderen Gelenk gebrochen, wodurch der Vorderdeckel vom Buchblock abgetrennt war. Das Bezugspapier ist im Deckelkantenbereich abgerieben.
Nach der Trockenreinigung mussten die Vorsatzspiegel von den Buchdeckeln und die Selbstklebestreifen abgelöst werden. Die Pergamentriemchen waren zu verlängern, das fehlende Kapital zu rekonstruieren und die Buchdeckel anzusetzen. Danach musste der Einbandrücken mit farblich angepasstem Pergament unterlegt werden. Abschließend wurden die originalen Rückenfragmente aufgeklebt und das Bezugspapier stabilisiert.

Sign. Ms.162 

Papierhandschrift: Exerzieren mit der Muskete und der Pike
Anonyme militärische Handschrift des späten 17. Jahrhunderts, Handgriffe und Tätigkeiten des Fußsoldaten beim Exerzieren mit der Muskete und der Pike in Wort und Bild enthaltend. Seltene Darstellung der Komplexität der Soldatenausbildung in der Frühen Neuzeit. Die bildlichen Darstellungen sind in den unbeschädigten Bereichen von brillanter Farbigkeit.
Auf Grund eines Feuchtigkeitsschadens und der durch Bakterien- und Schimmelbefall verursachten Destabilisierung und Verfärbung des Papiers sind umfangreiche Substanzverluste zu verzeichnen, die zu Informationsverlusten im Text und den bildlichen Darstellungen führten. Außerdem beeinträchtigen Wasserränder und Verbräunungen das Erscheinungsbild.
Maßnahmen: Trockenreinigung, Nassbehandlung und Entsäuerung, um die Verbräunungen und Abbauprodukte so weit wie möglich zu reduzieren. Die stark beschädigten Blätter mussten zur Schließung der Fehlstellen angefasert und zu weiteren Papierstabilisierung auf der Rückseite mit Japanpapier kaschiert werden. An den weniger stark geschädigten Blättern wurden Papierarbeiten mit Japanpapier durchgeführt. In der hauseigenen Restaurierungswerkstatt wurde nach der Papierrestaurierung eine maßgefertigte Konservierungskassette angefertigt.

 

2014:

Sign. 57/8°/139

E. Herzog/E. Zeißig: Die kleine Chronik von Zwickau, Zwickau 1912

Auszug aus der berühmten Chronik des Zwickauer Geschichtsschreibers Emil Herzog, bearbeitet "für Schule und Haus".

Der schmale, rote Ganzgewebeeinband erhielt auf dem Vorderdeckel eine Prägung in Gold und Weiß.

Der mit Drahtklammern geheftete Buchblock war noch intakt, aber die Vorsatz-Doppelblätter waren im Falzbereich gerissen. Der Gewebe-Einbandrücken war im Bereich beider Gelenke gerissen und wies Fehlstellen auf.

Erfolgte Maßnahmen: Trockenreinigung, Ablösung der Vorsatzspiegel und Schließen der Risse sowie Abnahme des originalen Geweberückens, danach Unterlegen des Buchrückens mit farblich angepasstem Gewebe und Aufkleben der Rückenfragmente.

 

 

 

2011:

Katalog der Handschriften (1736)

Im Jahre 1736 wurde auf Anraten des Schulrektors Andreas Vinholdt  der Privatgelehrte Johann Jeremias Crudelius  vom Rat der Stadt Zwickau mit der Neukatalogisierung der Schulbibliothek beauftragt.

In den folgenden Jahren entstand ein Katalogwerk in sieben umfangreichen Foliobänden: ein Standortkatalog, ein alphabetischer Autorenkatalog sowie ein Sachkatalog, der bis heute ein unverzichtbares Auskunftsinstrument bei der inhaltlichen Recherche im historischen Altbestand darstellt.  

 

 

Zuletzt legte Crudelius einen - ebenfalls bis heute in Gebrauch befindlichen - Katalog der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Handschriftenbestände an. Die Restaurierung und Digitalisierung dieses Katalogbandes konnte 2011 mit Mitteln des Vereins der Freunde der Ratsschulbibliothek erfolgen.   

Die Abbildungen zeigen das Titelblatt sowie die Einträge zu den Reformatoren Caspar Cruciger und Georg Spalatin nach der Restaurierung.
 

 

Freunde der Ratsschulbibliothek Zwickau e.V. | Lessingstr. 1, 08058 Zwickau